Keine Trendwende auf dem Stuttgarter Immobilienmarkt – Anzahl der Verkäufe erneut auf historischem Tiefstand

Der Geldumsatz ging im Vergleich ebenfalls in fast allen Bereichen zurück. Das geht aus dem aktuellen Quartalsbericht „Informationen zum Stuttgarter Grundstücksmarkt“ hervor, den die Landeshauptstadt am Dienstag, 13. Februar, vorstellte.

Keine Veränderung im Vergleich zum Vorjahr gibt es bei zwei Faktoren: Zum einen sind die Finanzierungskosten für Immobilien vergleichsweise hoch, zum anderen achten Interessenten stark auf den energetischen Zustand von Bestandobjekten, was auf die hohen Energiepreise und die geänderte Gesetzgebung zurückzuführen ist.

Günter Siebers, der Vorsitzende des Gutachterausschusses, sagte: „Die Anzahl der Immobilienverkäufe in Stuttgart ist weiter im Sinkflug. Der Wert für 2023 ist der niedrigste seit Beginn der digitalen Erfassung der Kaufverträge im Jahr 1985. Damit setzt sich der Abwärtstrend fort. Im Jahr 2022 waren noch 4.720 Transaktionen registriert worden. 2023 ist auch der Umsatz auf 2,29 Milliarden Euro um circa 36 Prozent gesunken.“ Im Hinblick auf den gesunkenen Geldumsatz sei außerdem die Entwicklung großvolumiger Transaktionen interessant. Siebers: „Das Gesamtvolumen der zehn höchsten Kaufpreise ist mit 311 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr mit einer Summe von rund 534 Millionen Euro gesunken.“ Siebers erklärte, dass sich bei den vorliegenden Preisen, insbesondere bei den Teilmärkten Bauland, bebaute Wohngrundstücke und Eigentumswohnungen im Bestand ein Rückgang beobachten lasse.

Der Rückgang von Eigentumsüberschreibungen und Geldumsatz spiegelt sich über alle Teilmärkte hinweg wider: Bebaute und unbebaute Grundstücke sowie Wohnungs- und Teileigentum. Die Transaktionszahlen zeigen folgenden prozentualen Rückgang: bei unbebauten Grundstücken rund fünf Prozent, bei bebauten Grundstücken circa 13 Prozent und bei Wohnungs- und Teileigentum rund 12 Prozent.

Unbebaute Grundstücke sind um 39 Prozent zurückgegangen, bebaute Grundstücke um 42,5 Prozent und Wohnungs- und Teileigentum um rund 26 Prozent.

Verkaufs- und Umsatzsatzrückgänge zeigten sich bei den bebauten Grundstücken durchweg: Sowohl Ein-, Zwei-, Drei- und Mehrfamilienhäuser als auch Geschäfts- und Bürogebäude und gemischt genutzte Gebäude sind betroffen. Die Preise für Wohngebäude sind im Jahresverlauf 2023 stetig gefallen.

Für ein Einfamilienhaus wurden im Schnitt rund 825.000 Euro bezahlt. Ein Reihenhaus kostete im Durchschnitte rund 628.000 Euro. Die Preise lagen 2022 im Mittel noch bei 1,07 Millionen Euro beziehungsweise 720.000 Euro.

Für Eigentumswohnungen zeigt sich ein ähnliches Muster, sowohl im Bestand als auch im Neubau (Erstverkauf) sind die Transaktions- und Umsatzzahlen rückläufig. Die Eigentumsüberschreibungen von Neubauwohnungen sind im Jahresvergleich mit rund 57 Prozent wesentlich stärker zurückgegangen als die von Bestandswohnungen mit circa 8 Prozent. Das gesamte Jahr über ließ sich ein Rückgang der Preise von älteren Eigentumswohnungen beobachten, für Neubauwohnungen stabilisierten sich die Preise. Der Durchschnittspreis für eine Eigentumswohnung im Wiederverkauf fiel von rund 4.905 Euro je Quadratmeter im Vorjahr auf circa 4.340 Euro. Bei neu erstellen Eigentumswohnungen kostete eine Wohnung 2022 im Durchschnitt rund 8.220 Euro je Quadratmeter. 2023 stieg dieser Betrag unwesentlich auf rund 8.240 Euro an.

Quelle: Stadt Stuttgart