Alt-Stadträtin Ulrike Küstler wird 80 Jahre alt

Seit 2009 hatte sie den Sitz von SÖS und Linken im Sozial‐ und Gesundheitsausschuss und im Verwaltungsausschuss inne. Als stellvertretende Fraktionsvorsitzende sowie als Fraktionsvorsitzende hat sie SÖS und Linke auch nach außen vertreten.

Ulrike Küstler engagierte sich für soziale Gerechtigkeit, kommunale Demokratie, gleiche Rechte für alle sowie für Bildungs‐ und Lebenschancen für Kinder und Jugendliche. Sie brachte zahlreiche Themen wie die erste Konferenz gegen Kinderarmut, den Bürgerhaushalt und das Sozialticket erfolgreich in den Gemeinderat ein. Anfang 2009 stellte sie den ersten Antrag gegen den Abriss des Hotels Silber und arbeitete zehn Jahre lang an der Konzeption und der Durchsetzung des Lern‐ und Gedenkortes mit. In den fünf Jahren als Einzelstadträtin setzte sie ihr Rederecht in den Ausschüssen durch, obwohl sie keinen Sitz hatte. Als ihr beim Kauf der SachsenLB durch die LBBW Unterlagen verweigert wurden, erreichte sie einen gerichtlichen Vergleich, dass sie und alle Stadträte gleich und umfassend informiert werden müssen.

Ulrike Küstler wurde in Lünen/Westfalen geboren und ist in Rottweil aufgewachsen. Nach der Lehre als Feinmechanikerin arbeitete sie in der Metallindustrie, in der Fernmeldetechnik und im Druckgewerbe. Sie war Lehrlingsausbilderin, gewerkschaftliche Vertrauensfrau und Betriebsrätin. In Freiburg kandidierte sie Anfang der 70er‐Jahre auf einer alternativ‐linken Liste zum Gemeinderat und verlor ihren Arbeitsplatz aufgrund des sogenannten Radikalenerlasses. Seit 2015 war Ulrike Küstler in der Betreuung von Geflüchteten, bis die Parkinson-Erkrankung der aktiven Politik und dem Ehrenamt zunehmend entgegenstand.

Quelle: Stadt Stuttgart