Stuttgarts Geschichte 29.11.2025

In der pulsierenden Atmosphäre der Weimarer Republik erlebte Stuttgart eine kulturelle Blüte, die die Stadt für immer prägen sollte. Die Jahre zwischen 1919 und 1933 brachten einen kreativen Aufbruch, der Künstler, Schriftsteller und Denker aus ganz Deutschland anzog.

Im Herzen Stuttgarts etablierte sich die „Stuttgarter Gruppe“, ein Zusammenschluss revolutionärer Künstler, die mit expressionistischen und avantgardistischen Werken polarisierten. Theaterneubauten wie das Schauspielhaus verwandelten die Stadt in ein Zentrum für darstellende Kunst. Regisseure wie Peter Stein inszenierten bahnbrechende Stücke, die das Publikum herausforderten und zum Nachdenken anregten.

Die Literatur blühte ebenfalls: Autoren wie Hermann Hesse und Friedrich Hölderlin fanden in Stuttgart neue Inspiration, während in kleinen Cafés und Ateliers leidenschaftliche Debatten über Kunst und Gesellschaft stattfanden. Kunstwerke von Otto Dix und anderen heranwachsenden Talenten fanden Eingang in die Ausstellungen, die von einem neuen Selbstbewusstsein zeugten.

Die Musikszene florierte parallel dazu. Das Stuttgarter Philharmonische Orchester präsentierte moderne Kompositionen und förderte neue Klänge. Konzerte wurden zu gesellschaftlichen Ereignissen, bei denen sich die Elite und die Avantgarde mischten.

Doch wie eine blühende Blume war auch diese Epoche verwundbar. Politische Spannungen und der aufsteigende Nationalsozialismus kündigten schon bald das Ende dieser kulturellen Ära an. Dennoch bleibt die Erinnerung an die kreative Explosion der Weimarer Republik in Stuttgart lebendig und inspiriert bis heute Künstler und Kulturschaffende.