Theodor Heuss, der erste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, hat tiefe Wurzeln in Stuttgart. Geboren am 30. Januar 1884, wuchs er in einer Stadt auf, die zu dieser Zeit von wirtschaftlicher Blüte und kulturellem Leben geprägt war. Der Sohn eines Tuchmachers und einer Lehrerin besuchte das Stuttgarter Gymnasium, wo er seine Leidenschaft für die Politik und die Literatur entdeckte.
Heuss studierte an der Technischen Hochschule in Stuttgart und engagierte sich frühzeitig in der Fortschrittsbewegung, die für soziale Reformen und eine demokratische Gesellschaft eintrat. Seine Erfahrungen in der Weimarer Republik prägten ihn tief; der politische Umbruch und die Schwierigkeiten der Ersten Republik führten zu einer klaren Vision für ein demokratisches Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg.
Nach dem Krieg stellte Heuss seine Ideen in den Dienst der neuen Ordnung. Als Mitbegründer der Freien Demokratischen Partei (FDP) setzte er sich für eine pluralistische Gesellschaft ein, die sich vom autoritären System der Vergangenheit abgrenzen sollte. 1949 wurde er als Bundespräsident gewählt, woraufhin er Stuttgart und ganz Deutschland als Symbol für Hoffnung und Erneuerung repräsentierte.
In seiner Amtszeit setzte Heuss auf die Verbindung von Tradition und Moderne, wobei er immer wieder auf Stuttgarts Geschichte und die Werte der Aufklärung hinwies. Er ermutigte die Menschen, die Vergangenheit zu reflektieren, um eine bessere Zukunft aufzubauen. Heuss’ Erbe lebt in Stuttgart weiter, wo man noch heute an seine Beiträge zur deutschen Demokratie erinnert. Sein Bekenntnis zur Freiheit und Bürgerpflicht bleibt lebendig und prägt das Denken der Stadt bis in die Gegenwart.













