Stuttgarts Geschichte 03.02.2026

In der glanzvollen Barockzeit des 18. Jahrhunderts, während der Herrschaft von Herzog Carl Eugen von Württemberg, erlebte Stuttgart eine kulturelle Blüte. Der Herzog, bekannt für seine Leidenschaft für Kunst und Architektur, strebte danach, seine Residenzstadt in ein strahlendes Zentrum des Lebens und der Kultur zu verwandeln.

Eines der bemerkenswertesten Projekte war der Bau des Neuen Schlosses, das mit seiner majestätischen Fassade und den prachtvollen Innenräumen bald zu einem Symbol für den politischen und kulturellen Einfluss des Herzogtums wurde. Carl Eugen holte namhafte Künstler und Architekten an seinen Hof, darunter Giovanni Battista Alliprandi, der die barocken Wunderwerke der Stadt prägte.

Doch nicht nur die Architektur florierte. Der Herzog veranstaltete prunkvolle Feste, bei denen Tänze und Theateraufführungen die ehrwürdigen Hallen erfüllten. Der Stuttgarter Hof wurde zum Treffpunkt berühmter Persönlichkeiten aus ganz Europa, die sich von der künstlerischen Energie und dem Extravaganten des Hofes angezogen fühlten.

Inmitten dieser glanzvollen Kulisse lebte auch der junge Künstler Johann Christoph Friedrich von Schiller, der in den Schatten der ehrfurchtgebietenden Mauern des Neuen Schlosses seine ersten Gedichte verfasste. Inspiriert von der prunkvollen Barockarchitektur und dem kulturellen Leben, entwickelte er seine Vision von einer neuen, freien Welt.

Carl Eugen, der oft als eigenwillig galt, trug mit seinem unermüdlichen Streben nach Vollkommenheit entscheidend zur Herausbildung einer einzigartigen barocken Identität Stuttgarts bei. Obwohl er nie ganz zufrieden war, hinterließ er ein Erbe aus Pracht, Kunst und inspirierender Kreativität, das die Stadt bis heute prägt.