Stuttgarts Geschichte 21.02.2026

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erlebte Stuttgart eine bedeutende Transformation, die eng mit der Aufklärung und dem aufkommenden Bildungsbürgertum verbunden war. Die Stadt, einst geprägt von höfischer Pracht und traditionellen Strukturen, wurde zu einem Zentrum des Wissens und des rationalen Denkens.

Unter der Herrschaft von Herzog Karl Eugen von Württemberg wurde die älteste Hochschule des Landes, die heutige Universität Stuttgart, 1829 gegründet. Zuvor gab es bereits verschiedene gesellschaftliche Institutionen, die den Geist der Aufklärung förderten. So entstand der „Stuttgarter Literaturverein“, der Vorträge und Lesungen anbot und damit das Interesse an Wissenschaft und Literatur weckte.

In dieser Zeit blühte der Gedankenaustausch. Privatetagen wurden zu Treffpunkten für interessierte Bürger und Intellektuelle. In den Salons diskutierten vornehme Bürger und aufstrebende Akademiker über die Ideen von Voltaire, Rousseau und Kant. Die neue Wertschätzung für Bildung führte dazu, dass viele Stuttgarter Familien ihren Kindern bessere Bildungsmöglichkeiten eröffneten, sei es durch private Professoren oder den Besuch von neuen Bildungseinrichtungen.

Eines der bekanntesten Beispiele aus dieser Zeit ist der Dichter Friedrich Schiller, der in Ludwigsburg geboren und in Stuttgart geprägt wurde. Sein Wirken spiegelt die Ideale der Aufklärung wider und inspirierte Generationen von Bürgern, über Freiheit, Moral und das Streben nach Wissen nachzudenken.

Die Aufklärung in Stuttgart war eine Zeit des Wandels, in der Bildung und Kultur die Gesellschaft formten und die Grundlage für das moderne Bildungsbürgertum schufen, das das Land bis heute prägt.