
Eine Umweltspur im Schwabtunnel wird von der Stuttgarter Stadtverwaltung nicht umgesetzt, weil dies für die umliegenden Quartiere eine zu große Verkehrsbelastung bedeuten würde. Das ergibt sich aus einer umfassenden Untersuchung, deren Ergebnisse am 24. Februar im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik sowie in einer gemeinsamen Sitzung der Bezirksbeiräte Süd und West vorgestellt wurden.
Der Vorschlag sah vor, den Schwabtunnel in Fahrtrichtung Stuttgart-West ausschließlich für Linienbusse und den Radverkehr freizugeben und für den allgemeinen Kfz-Verkehr zu sperren. Anlass war das Überholen von Radfahrenden trotz bestehenden Überholverbots. Fraktionen des Gemeinderats sowie der Bezirksbeirat West hatten die Untersuchung beantragt.
Der Schwabtunnel wird täglich von rund 12.000 Kraftfahrzeugen und mehr als 1.100 Radfahrenden genutzt. Bei einer Sperrung würden sich etwa 5.600 Kraftfahrzeuge pro Tag auf umliegende Straßen verlagern. Die Untersuchung weist dadurch deutliche Mehrbelastungen im angrenzenden Straßennetz aus. An mehreren Knotenpunkten könnten die zusätzlichen Verkehrsmengen nicht leistungsfähig abgewickelt werden. Zudem wären höhere Lärm- und Abgasbelastungen sowie Beeinträchtigungen der Verkehrssicherheit und des Linienbusverkehrs zu erwarten.
Das Amt für Stadtplanung und Wohnen und das Amt für öffentliche Ordnung kamen daher zu dem Ergebnis, dass die Auswirkungen der Maßnahme nicht in einem angemessenen Verhältnis zum angestrebten Zweck stehen. Daher wird von einer Umweltspur im Schwabtunnel seitens der Verwaltung nun abgesehen.
Bereits umgesetzt wurden im vergangenen Herbst Tempo 30, Fahrradpiktogramme und Markierungsnägel zur Verbesserung der Sicherheit. Erste Erhebungen zeigen messbare Effekte; eine abschließende Evaluation ist bis Mitte 2026 vorgesehen. Ergänzend prüft die Verwaltung auf den Zufahrten ab dem Erwin-Schoettle-Platz sowie entlang der Rotebühlstraße in Richtung Schwabtunnel ein weiteres Angebot für den Radverkehr.









