
Materialkreisläufe schließen und Ressourcen effizient nutzen, ist ein Ziel der Bioökonomiestrategie der Landeshauptstadt Stuttgart. Anfallendes Schnittgut aus Grün- und Parkanlagen der Stadt, aber auch aus Privathaushalten, gehört zu den kommunalen Ressourcen. Über das innovative Pyrolyse-Verfahren kann bei Temperaturen von bis zu 700 Grad unter Luftausschluss aus diesem biogenen Material hochwertige Pflanzenkohle hergestellt werden. Der Besuch des Best-Practice-Beispiels einer kommunalen Grünschnitt-Pyrolyse sowie die anschließende Entwicklung von Übertragungsoptionen für Stadt und Region Stuttgart sind Teil der städtischen Bioökonomiestrategie. In Basel wird gerade eine zweite Anlage in Betrieb genommen.
Grünschnitt effektiv nutzen
Bisweilen wird Grünschnitt in Stuttgart kompostiert, teilweise energetisch genutzt oder auch exportiert. Diese Verfahren verursachen Treibhausgasemissionen. „Um das Klimaziel der Stadt zu erreichen, brauchen wir aber Negativemissionen,“ erklärt Dr. Max Schuchardt, Koordinator Bioökonomiestrategie der Landeshauptstadt Stuttgart.
Die im Pyrolyse-Verfahren produzierte Pflanzenkohle speichert langfristig Kohlendioxid und kann im Straßenbau eingesetzt oder bei Baumpflanzungen der Erde beigemischt werden. Weiterer Pluspunkt: Moderne Pyrolyse-Anlagen tragen zur dezentralen Wärmeversorgung bei. Die klimafreundliche Wärme, die während der Herstellung von Pflanzenkohle entsteht, kann in das Nahwärmenetz der Stadt gespeist werden.
Dr. Max Schuchardt betont: „Wir wollen Stoffströme möglichst effizient lokal nutzen. Wenn wir diese exportieren, verlieren wir nicht nur wertvolle Materialien, sondern zahlen auch noch dafür. Eine regionale Wertschöpfung mit dezentraler Energieeinspeisung und Negativemissionen ist weitaus sinnvoller.“
Die Delegationsreise wurde von der Abteilung Klimaschutz der Landeshauptstadt Stuttgart zusammen mit der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) organisiert. Teilnehmende waren Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Stuttgart sowie weiterer Kommunen der Region Stuttgart. Zudem waren Unternehmen, beratende Ingenieure, Anlagenbetreiber, Hochschulen und Forschungseinrichtungen vertreten. Die Teilnehmenden beschäftigten sich bereits im November 2025 mit dem Thema im Rahmen der Workshop-Reihe „Pyrolyse nutzen und verstehen“.
„Wir freuen uns, die erfolgreichen Lösungen des Kantons Basel-Stadt auf die Region Stuttgart zu übertragen“, sagt Daryna Zaitseva, Projektleiterin Bioökonomie der WRS. „Wir führen unsere Workshop-Reihe nun fort – mit dem Ziel, auch in der Region Stuttgart Klimaschutz, Abfallverwertung und lokale Wertschöpfung effektiv miteinander zu verbinden.“
Mehr zur städtischen Bioökonomiestrategie ist unter dem Link https://jetztklimachen.stuttgart.de/biooekonomie zu finden.
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