Vortrag über westdeutsche Demokratie und NS-Verfolgte: Historikerin Stefanie Schüler-Springorum liest in der Württembergischen Landesbibliothek

Die Erfahrungen von Menschen, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden, stehen im Mittelpunkt eines Vortrags der Historikerin Stefanie Schüler-Springorum am Mittwoch, 18. März, um 18 Uhr im Vortragssaal der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart in der Konrad-Adenauer-Straße 10.

Unter dem Titel „Unerwünscht. Die westdeutsche Demokratie und die Verfolgten des NS-Regimes“ stellt die renommierte Historikerin Stefanie Schüler-Springorum erstmals die westdeutsche Nachkriegsgesellschaft aus der Perspektive jener Menschen dar, die während der NS-Zeit verfolgt wurden. Dazu zählen unter anderem überlebende Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, ehemalige Zwangsarbeiter sowie homosexuelle Männer und Frauen.

Damit erzählt Schüler-Springorum eine bislang weitgehend ausgeblendete Geschichte. Das gängige Bild von der gelungenen Demokratisierung der Bundesrepublik bekommt durch diese Geschichten einen Riss. Die Erfahrungen der ehemals Verfolgten zeichnen ein differenzierteres Bild der Nachkriegszeit: Antisemitismus, Diskriminierung und Ressentiments verschwanden nach 1945 keineswegs sofort, sie waren tief im Denken der Menschen verankert und sind es zum Teil bis heute.

Stefanie Schüler-Springorum ist Historikerin und seit 2011 Direktorin des Zentrums für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin sowie seit 2012 Co-Direktorin des Selma-Stern-Zentrums für jüdische Studien Berlin-Brandenburg. Zuvor arbeitete sie bei der Stiftung Topographie des Terrors und leitete von 2001 bis 2011 das Institut für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg. Ihre zentralen Themen sind die jüdische, die deutsche und die spanische Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert.

Die Veranstaltung ist kostenfrei und kann sowohl vor Ort als auch online über den  Zugangslink verfolgt werden.

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Quelle: Stadt Stuttgart