
Mit Jürgen Habermas verliert die Welt einen der bedeutendsten Philosophen und öffentlichen Intellektuellen der Nachkriegszeit – einen Denker, der wie kein anderer für die Kraft des besseren Arguments und die Unbedingtheit demokratischer Vernunft stand. Als wichtigster Vertreter der zweiten Generation der Frankfurter Schule hat er die Kritische Theorie maßgeblich weiterentwickelt und für die Fragen moderner Demokratie fruchtbar gemacht.
Gleichzeitig blieb Jürgen Habermas nie an der Schreibtischkante des Akademikers stehen. Über mehr als sechs Jahrzehnte mischte er sich in die großen Debatten seiner Zeit ein – unbequem, präzise und stets dem demokratischen Diskurs verpflichtet. Sein Einfluss reichte weit über die Philosophie hinaus: in Rechtswissenschaft, Politikwissenschaft und Soziologie, aber auch in die Feuilletons und auf die politischen Plattformen Europas. Noch im November 2025 meldete er sich mit einem eindringlichen Appell zur Zukunft Europas zu Wort – ungebrochen in seinem intellektuellen Gestaltungswillen bis zuletzt.
Die Verbindung zwischen Habermas und der Landeshauptstadt Stuttgart reicht bis in das Jahr 1973 zurück, als die Landeshauptstadt ihm seine erste Auszeichnung in Form des Hegel-Preis verlieh. Die Auszeichnung galt seiner innovativen Vergegenwärtigung Hegels als dem Philosophen, mit dem das moderne, nachmetaphysische Denken seinen Ausgang nahm – eine Verbindung, die Habermas selbst zeitlebens pflegte. Das Museum Hegel-Haus, das am Geburtsort Georg Wilhelm Friedrich Hegels an dessen Erbe erinnert, sieht sich dieser Tradition besonders verpflichtet und wird das Andenken von Jürgen Habermas bewahren.















































































































