
Mit einer feierlichen Ausstellungseröffnung im Ausstellungsraum Stuttgart Rosenstein ist am Dienstagabend, 3. März, das kooperative Werkstattverfahren für das Teilgebiet A3 im neuen Stadtteil Stuttgart Rosenstein offiziell abgeschlossen worden. Über 150 Interessierte verfolgten die Bekanntgabe der Preisträger und die Präsentation der zwei erstplatzierten Planungsteams.
Als Sieger des Werkstattverfahrens wurden zwei Konzepte mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Gewonnen haben die Teams Atelier Le Balto mit Studio VlayStreeruwitz sowie HaasCookZemmrich Studio 2050 mit HenningLarsen und Transsolar. Ihre Konzepte vereint ein gemeinsames Leitmotiv, das ein klares Bekenntnis zu mehr Grün, Aufenthaltsqualität und langfristiger Weiterentwicklung des Ortes verfolgt. Der Freiraum wird zum prägenden Element dieser zentralen Fläche in Stuttgart. Er bestimmt die räumliche Struktur und bildet den Rahmen, in dem sich die Gebäude schrittweise entwickeln. Ankernutzung ist das Zukunftslabor, das im Ideenwettbewerb 2024 ausgezeichnet wurde, eingebettet in eine räumliche Gestaltung, die alle prämierten Ideen aus dem Wettbewerb verbindet.
Das Teilgebiet A3 wird fortan als „Labor für die Zukunft“ weiterentwickelt. Es verbindet landschaftlich gestaltete Räume mit gemeinwohlorientierten und kommerziellen Nutzungen: Wissensvermittlung, Werkstätten, Kulturangebote und Ausstellungen rund um Klima, Technologie, Forschung und Gesellschaft. Sie werden ergänzt um Alltagsnutzungen für die Bevölkerung, die auch konsumfrei sind.
Peter Pätzold, Bürgermeister für Städtebau, Wohnen und Umwelt der Landeshauptstadt Stuttgart, hob den Prozess des Werkstattverfahrens hervor: „Die vertiefte städtebauliche Auseinandersetzung mit dieser Fläche hat sich für uns als Stadt klar ausgezahlt. Heute wissen wir: Der hochwertige Freiraum ist der eigentliche Mehrwert des Ortes. Als verbindendes Gelenk zwischen den umliegenden Bereichen entfaltet er seine volle Qualität im Zusammenspiel mit den einzelnen Gebäuden – diese vermittelnde Geste gilt es konsequent weiterzuverfolgen.“
Das Teilgebiet A3 nimmt eine Schlüsselrolle in Stuttgarts Stadtentwicklung ein: In prominenter Lage direkt am künftigen Hauptbahnhof, zwischen Manfred-Rommel-Platz und Europaquartier, soll hier ein identitätsstiftender Stadtbaustein entstehen – als markantes Eingangstor in den neuen Stadtteil Stuttgart Rosenstein.
Zwei Siegerkonzepte als städtebauliche Grundlage
Das Konzept von Atelier Le Balto mit Studio VlayStreeruwitz verfolgt das Motto „Boden wird Stadt“: In diesem Konzept wird der vorhandene Boden als zentrale Ressource verstanden und vor Ort weiterverwendet, wodurch CO₂-Emissionen erheblich reduziert werden können. Durch gezielte Umschichtung entstehen unterschiedlich hohe Plateaus, die eine offene, robuste Struktur für zukünftige Stadtentwicklung bilden. Die „Plateau-Terrassen“ schaffen einen flexiblen, bespielbaren Raum: das sogenannte Nutzungslabor als offene Werkstatt der Zukunft. Grünflächen und Gebäude verschränken sich zu einem komplementären Wechselspiel aus gebautem Boden und aus dem Boden wachsender Landschaft.
Bei dem Konzept von HaasCookZemmrich Studio 2050 mit HenningLarsen und Transsolar entsteht ein offener, wandelbarer Stadtbaustein im Sinne einer „Stadtarena“. Die Gebäude sind in unterschiedlichen Höhen versetzt angeordnet, wodurch abwechslungsreiche Plätze, Durchblicke und Verbindungen entstehen. Zwischen den Baukörpern gibt es vielfältige Grün- und Wasserflächen und Wege, die qualitätsvolle Aufenthaltsbedingungen schaffen. Die ersten beiden Baukörper bilden den Auftakt: ein Zukunftslabor für Forschung, Co-Working und Bildungsangebote auf der einen Seite und ein Kulturhaus mit Bibliothek, Atelier-, Workshop- und Veranstaltungsflächen auf der anderen. Der Entwurf verbindet Stadt, Kultur und Innovation miteinander und macht Stuttgart als kreativen, zukunftsfähigen Standort erlebbar.
Die beiden ersten Preisträger erhalten zum Abschluss des Werkstattverfahrens eine Prämie von je 6.000 Euro. Zudem hat die Arbeit des „Social Innovation Hubs für Stuttgart“ des Teams Cityförster mit Treibhaus eine Anerkennung der Jury in Höhe von 3.000 Euro erhalten. Der Beitrag der Arbeitsgemeinschaft PPAG mit OLA, Project GmbH und +SAAD konnte in der abschließenden Bewertung nicht berücksichtigt werden.
Von der Idee zur vertieften Planung
Grundlage des Werkstattverfahrens war der internationale Ideenwettbewerb „Raum für Ideen“ aus dem Jahr 2024, bei dem fünf Nutzungsvorschläge prämiert wurden. Anders als klassische Wettbewerbe setzte das anschließende Verfahren auf Kooperation und Dialog: Seit Herbst 2025 arbeiteten vier interdisziplinäre Teams daran, die Ansätze planerisch zu konkretisieren und zu einer tragfähigen Leitidee weiterzuentwickeln. Kennzeichnend war dabei der kontinuierliche Austausch zwischen den Teams sowie mit einem begleitenden Beratungsgremium. Ziel war es, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen und eine belastbare Grundlage für die nächsten Entwicklungsschritte zu schaffen.
Die nächsten Schritte
Die Empfehlung aus dem Werkstattverfahren wird nun dem Gemeinderat vorgelegt. Das ausgezeichnete Nutzungskonzept soll als Basis für eine Machbarkeitsstudie dienen und den Ausgangspunkt für die Entwicklung eines tragfähigen Betriebs- und Akteurskonzepts bilden.
Mit dem Abschluss des Werkstattverfahrens ist ein entscheidender Meilenstein für die Entwicklung eines der zentralsten Orte im neuen Stadtteil erreicht. Das Teilgebiet A3 rückt nun von der konzeptionellen Phase in die konkrete Umsetzungsplanung – und damit einen weiteren Schritt näher an die Realisierung eines lebendigen, öffentlich wirksamen Eingangstors für Stuttgart Rosenstein.
Ergebnisse in Ausstellung Stuttgart Rosenstein
Im Anschluss an die Preisverleihung sind alle vier Konzepte, die im kooperativen Werkstattverfahren bearbeitet wurden, vom 4. März bis 12. April 2026 im Ausstellungsraum Stuttgart Rosenstein zu sehen. Dienstags bis sonntags jeweils von 12.30 bis 18.00 Uhr ist die Sonderausstellung zum „Labor für die Zukunft“ geöffnet.
















































































































